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Die drei häufigsten Tomatenkrankheiten

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… wie du sie erkennst, bekämpfst und ihnen vorbeugst

Du hast kürzlich deine jungen, gesunden Tomatenpflanzen ins Beet gesetzt – doch nun werden die Blätter fleckig oder du hast mit Schädlingen zu kämpfen? So beliebt Tomaten im Biogarten sind, so anfällig sind sie leider auch für Krankheiten und Schädlinge. Wir erklären, wie du deine Pflanzen vorbeugend stärkst und was du im Krankheitsfall tun kannst. So ist eine reiche Ernte mit gesunden, roten Tomaten gesichert!

Die Top 3 Tomatenprobleme

  1. Kraut- und Braunfäule
  2. Blütenendfäule
  3. Weiße Fliege

Kraut- und Braunfäule

Sie ist eine der häufigsten Pilzerkrankungen bei Tomaten. Die Pilzsporen überleben meist im Winter in Kartoffeln und werden im Frühling durch den Wind oder über den Regen auf die Tomaten übertragen. Besonders ein feuchtes Klima begünstigt die Entstehung des Pilzes.

Woran erkenne ich die Krankheit?

Schadbild im Frühling:

  • Unterste Blätter sind zuerst befallen
  • Blätter und Stängel haben braune unregelmäßige Flecken
  • Danach bildet sich auf der Unterseite der Blätter ein weißer Schimmelrasen Schadbild im weiteren Verlauf:
  • Blätter werden schwarz und fallen ab.
  • Tomatenfrüchte werden braun und sind ungenießbar.

Was kann ich dagegen tun?

  • Befallene Blätter sofort entfernen und vernichten (am besten verbrennen)
  • ACHTUNG: nicht auf den Kompost geben, da der Pilz sehr resistent ist und lange überlebt
  • Alle Werkzeuge und Gegenstände desinfizieren, um Pilzsporen nicht zu verbreiten
  • Früchte vorzeitig ernten, falls diese noch keine Symptome aufweisen

Wie beuge ich vor?

Da eine biologische Bekämpfung von Kraut- und Braunfäule sehr schwierig ist, sind gepflegte und gestärkte Pflanzen besonders wichtig. Darauf solltest du beim Tomaten-Anbau achten:

  • Generell feuchtes Klima mit schlechter Belüftung vermeiden, da dies Pilzkrankheiten begünstigt.
  • Tomaten jedes Jahr an einen anderen Ort setzen (sonnig und geschützt).
  • Tomaten und Kartoffeln weit auseinander und nie nebeneinander pflanzen.
  • Genügend Abstand beim Anpflanzen einhalten (ca. 50-70 cm).
  • Lockerer, humusreicher Boden gegen Staunässe und für optimale Nährstoffversorgung (Mulchen, regelmäßig düngen)
  • Dicht über dem Boden und nicht über Blätter gießen
  • Unterste Blätter entfernen
  • Boden beispielsweise mit Stroh bedecken, da die Pilzsporen im Boden leben und von der Pflanze ferngehalten werden

Zusätzlich hilft das Besprühen der Blätter mit Schachtelhalm. Die enthaltene Kieselsäure macht die Tomatenpflanze robuster gegen Pilzkrankheiten.

Extra Tipp: Das Ausgeizen der Triebe verhindert eine zu dichte Tomatenpflanze. So ist für eine gute Belüftung gesorgt und Pilzsporen können sich schwerer ausbreiten.

Blütenendfäule

Hier werden die Tomatenfrüchte unten braun und der ehemalige Fruchtansatz verfärbt sich. Die Blütenendfäule ist eine physiologische Störung der Tomatenpflanze und entsteht durch einen Mangel an Kalzium. Zum Glück kannst du der Krankheit mit der richtigen Nährstoffversorgung sehr gut vorbeugen.

Woran erkenne ich den Mangel?

  • Zuerst wässrige Flecken auf der Tomate am ehemaligen Blütenansatz
  • Tomate verfärbt sich immer mehr grau bis braun an der Unterseite der Tomate
  • Schlussendlich wird sie schwarz und fällt ab

Was kann ich dagegen tun? Wie beuge ich vor?

Um der Blütenendfäule vorzubeugen, verwendest du am besten von Beginn an einen Dünger mit hohem Kalziumgehalt. Am einfachsten funktioniert das in Form von Bio-Düngestäbchen mit einer Extra-Portion Kalzium. Diese Stäbchen werden einfach in die Erde zur Tomatenpflanze gegeben und können vom Vorziehen bis in die Reifephase angewendet werden.

Weiße Fliege

Besonders in Gewächshäusern und in einem feuchten, stickigen Klima fühlen sich diese häufigen Schädlinge besonders wohl und vermehren sich rasant.

Woran erkenne ich die Schädlinge?

  • Larven und Fliegen sitzen bevorzugt an der Blattunterseite
  • Bei Berührung der Pflanze fliegen sie in Schwärmen auf
  • Larven: weiße bis transparente Farbe, unbeweglich
  • Fliegen: 2-3 mm groß

Auswirkungen auf Tomatenpflanze:

  • Gehemmtes Wachstum
  • Blättern kräuseln sich und sind deformiert
  • Klebrige Ausscheidung der weißen Fliege kann sich in die Pilzkrankheit Rußtau entwickeln, die der Tomatenpflanze sehr schadet
 

Was kann ich dagegen tun?

  • Gelbsticker oder Gelbtafeln aufhängen:
    die Fliegen werden durch die gelbe Farbe angelockt und bleiben an ihnen kleben
  • Im Gewächshaus regelmäßig lüften für eine gute Luftzirkulation

Wie beuge ich vor?

  • Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseite
  • Tomatenblätter auf der Ober- und Unterseite mit Brennnessel-Extrakt zur Stärkung besprühen
  • Unterbepflanzung mit Basilikum hält die weiße Fliege fern und schützt vor Mehltau

Extra-Tipp gegen Blattläuse auf Tomaten

Blattläuse gehören zu den häufigsten Schädlingen. Auch bei Tomaten kommt es immer wieder zu einem Befall. Unser Tipp: Vorbeugung und Stärkung der Tomatenpflanze mit Knoblauch-Extrakt!

  • Blattläuse mögen den Geruch von Knoblauch nicht
  • Sie verschwinden von den Pflanzen und befallen sie seltener
  • Knoblauch stärkt zusätzlich die Zellwände und fördert die gesamte Vitalität der Tomatenpflanze

Ebenso kann die Fernhaltung von Ameisen Blattläuse minimieren, da Ameisen Läuse auf die Pflanzen schleppen. Deshalb Ameisen-Köderdosen aufstellen oder Kieselgur-Pulver streuen.

Pflanzenstärkung: Tomatenkrankheiten 100% natürlich vorbeugen

Der Leitsatz im Biogarten lautet: „Vorbeugen ist besser als heilen!“ Mittels Pflanzenstärkung kannst du deine Tomatenpflanzen robuster und widerstandsfähiger machen. So treten Krankheiten und Schädlinge im besten Fall gar nicht erst auf. Hier eine Übersicht:

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Weitere Tipps für gesunde Tomaten

  • Optimale Bodenverhältnisse: Ein gesunder Boden mit einem aktiven Bodenleben ist die Grundlage jeder gesunden Pflanze. Versorge daher deinen Boden mit organischem Material wie Kompost. Verwende zum Anpflanzen eine spezielle Bio-Tomatenerde, um deine Tomaten bereits zum Start mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Nutze Bodenverbesserer und Mikroorganismen, um das Bodenleben zusätzlich zu fördern.
 
  • Fruchtfolge und Mischkulturen beachten: Tomaten sind Starkzehrer und sollten niemals mehrere Jahre am gleichen Standort gesetzt werden. Mischkulturen schützen Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen. Basilikum schützt Tomaten beispielsweise vor Mehltau und weißer Fliege. Mehr Infos zu Nachbarschaftsverhältnissen und Fruchtfolge findest du in unserem Hochbeet-Ratgeber
  • Regelmäßig mit Nährstoffen versorgen: Dünge deine Tomatenpflanzen regelmäßig mit einem kalium- und stickstoffhaltigen Dünger. Es gibt spezielle Tomatendünger, entweder in flüssiger oder granulierter Form.

Du möchtest noch mehr erfahren? Viele weitere Tipps findest du in unserem Blogbeitrag zum Anbau von Tomaten.

Das Florissa-Team wünscht dir viel Freude mit deinen Tomaten!

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