Produkte für biologisches Gärtnern

3 Hochbeete über den Dächern Salzburgs

Verena - WGrünt Verena - WGrünt

„Urban Gardening – aber bitte BIO!“ Interview mit Hochbeet-Gärtnerin Verena

Im Sommer 2020 fiel der Startschuss für ein tolles Biogarten-Projekt mitten in Salzburg: Studentin Verena legte auf der Dachterrasse ihrer WG drei Hochbeete an – wir haben sie dabei tatkräftig unterstützt. Die grüne WG über den Dächern Salzburgs - kurz „WGrünt“ - war geboren! In unserem Interview plaudern wir über ihre Erfahrungen mit dem Bio-Garteln und sie verrät uns ihre Tipps für alle „Urban Gardening“-Neueinsteiger.

Was gefällt dir so gut am (Hochbeet-)Garteln?

Mit den drei Hochbeeten haben wir auf der grauen, kargen Gemeinschaftsdachterrasse eine grüne Oase geschaffen. Mitten in der Stadt seine eigenen Beete zu haben ist wunderbar, denn durch das Garteln kommt man der Natur ein Stück näher. Was mir dabei am meisten gefällt: Es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Auf einmal blüht der Thymian, die Melonenpflanze ist noch etwas gewachsen und die Blüte der Erdbeerpflanze hat sich zu einer roten Frucht entwickelt. Und ich liebe es beim Bio-Garteln, zu beobachten, dass die Pflanzen nicht nur uns eine Freude machen – sondern auch den fleißigen Bestäubern!

Was baust du in deinen Hochbeeten an?

blumen im hochbeet

Von Anfang an war es mir wichtig, mit unseren Pflanzen nicht nur für uns selbst, sondern auch für die (Wild-)Bienen, Hummeln und Schwebfliegen eine Nahrungsquelle zu schaffen. Daher haben wir vor allem insektenfreundliche Pflanzen von einer Salzburger Bio-Gärtnerei ausgesucht: Schopfsalbei, Lavendel, Katzenminze, Topinambur, Sonnenblumen, Margeriten, Thymian und eine Melonenpflanze. Wenig später gesellten sich noch eine Erdbeerpflanze, Kapuzinerkresse, Petersilie, Zwiebel und Hauswurz hinzu.

Worauf hast du bei der Auswahl der Pflanzen geachtet?

Bei der Auswahl der Pflanzen haben wir sowohl auf Regionalität als auch auf samenfeste Pflanzen aus biologischem Anbau geachtet. Dafür ist natürlich auch eine biologische Versorgung der Pflanzen mit torffreier Erde und biologischen Dünge- und Pflanzenstärkungsmitteln ein Muss!

Gibt es etwas, dass du unbedingt noch ausprobieren möchtest mit deinen Hochbeeten?

Ich wollte unbedingt aus den im Herbst gesammelten Samen im Beet neue Pflanzen ziehen. Dafür haben wir die Samen in kleine Gefäße gemeinsam mit Aussaaterde gegeben und täglich mit einem kleinen Schluck Wasser versorgt. Nach den Eisheiligen wanderten sie dann von der WG in die Beete. Die kleinen Setzlinge der Spinatpflanzen überlebten leider nicht, dafür aber die Sonnenblumen. Sehr gerne würde ich noch kleine hängende Pflanzenblumentopfhalter an die Beete anbringen, sodass noch mehr Pflanzen auf der Dachterrasse Platz haben. Außerdem möchte ich gerne lernen, die Kräuter, die in den Beeten wachsen, noch vielfältiger einzusetzen – beispielsweise in der Küche, aber auch eventuell selbst mit ihnen für Öle und Kosmetika experimentieren.

Welche Tipps hast du für „Urban Gardening“-Einsteiger?

Mein Tipp ist: ganz einfach loslegen! Jede noch so kleine Fläche eignet sich für Kräutertöpfe oder andere Pflanzen. Wichtig ist, sich an den Kreisläufen der Natur zu orientieren und auch bei einem vermeintlichen Schädlingsbefall keine chemischen Pflanzenschutzmittel zu nutzen. Diese sind Gift für Bodenorganismen und Insekten. Wenn ihr euch und der Natur durch das „Urban Gardening“ etwas Gutes tun wollt, dann gartelt unbedingt biologisch und achtet auf torffreie Blumenerde. Torf ist in vielen herkömmlichen Erden enthalten und wird aus Mooren gewonnen, die durch den Abbau zerstört werden. Das ist fatal, denn Moore sind ein wichtiger CO2-Speicher und Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten. Sind sie einmal zerstört, brauchen sie Jahrtausende, bis sie sich wieder erholen. Neben diesem Aspekt ist es wichtig, beim „Urban Gardening“ auch auf gute Nachbarschaftsverhältnisse zwischen den Pflanzen zu achten. Denn wie bei uns Menschen vertragen sich manche besonders gut und fördern sich beim Wachstum, und andere bremsen es aus.

hochbeetbepflanzung

Ist rückblickend bei deinem Hochbeet-Projekt alles glatt gegangen oder gab es auch Herausforderungen?

Oh ja… Es gab wirklich große Hürden. Die Dachterrasse ist eine Gemeinschaftsfläche von 80 Parteien und daher muss man für jegliche Veränderung der Fläche – sei sie kurzfristig oder langfristig – das Einverständnis aller Eigentümer*innen einholen. Dies war mir in diesem Ausmaß nicht bewusst. Nachdem wir die Erden für die selbstzusammengebauten Beete auf die Terrasse trugen, wurde die Hausverwaltung eingeschaltet und ich bekam von ihr einen Anruf – entweder ich hole mir alle 80 Einverständnisse für das Hochbeet-Projekt ein, oder die (noch ungefüllten) Hochbeete müssen weg. Für mich kam es nicht in Frage, aufzugeben. Schließlich ist die Dachterrasse so groß und so karg, dass es eigentlich in der heutigen Zeit des massiven Rückgangs an Insekten und dem Klimawandel eine Schande ist, solch eine Fläche nicht zu nutzen. Einen ganzen Monat dauerte es, bis wir alle Unterschriften zusammen hatten. Grundsätzlich kam das Projekt sehr positiv an, doch auch manche Überzeugungsarbeit musste geleistet werden. Schlussendlich schafften wir es und die drei Beete konnten befüllt werden.

Wie pflegst du deine Hochbeete?  Wie viel Aufwand steckt dahinter?

hochbeetpflege von verena

An sonnigen Tagen gieße ich die Beete einmal täglich. Meist morgens, bevor die Sonne so richtig auf die Dachterrasse brennt. Gerne verbinde ich das Gießen mit einem kleinen Frühstück dort oben.

Im Sommer gieße ich meist morgens und abends. Ansonsten sind die Beete nicht sehr pflegeintensiv, die Natur macht ihre Arbeit meist von allein. Ab und an unterstütze ich die Pflanzen mit eurem biologischen Dünger und helfe mit Mikroorganismen nach.

Was ist dein Florissa Lieblingsprodukt und warum?

Mein Lieblings-Florissa-Produkt sind definitiv die Mikroorganismen. Sie sind wie kleine Helfer, die den Boden der Beete lockern und das natürliche Abwehrsystem der Pflanzen stärken. Dadurch erfreuen wir uns über eine gesunde und reiche Ernte aus unseren eigenen Hochbeeten.

erdbeeren

blumen

Du möchtest mehr über Verena erfahren und Sie beim Bio-Garteln begleiten? Auf Instagram gibt sie auf ihrem Account @wgruent regelmäßig Updates zu ihren Hochbeeten. Hier auf unserem Gartenblog findest du außerdem viele weitere Tipps rund ums biologische Gärtnern auf kleinem Raum. Viel Freude beim Garteln!

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