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So wird das Hochbeet frühlingsfit

Fünf einfache Schritte für Hochbeet-Gärtner

Die kalten Monate des Jahres sind vorbei, Vöglein zwitschern fröhlich und erste Krokusse und Schneeglöckchen sprießen aus dem Boden… Beginnt auch dein grüner Daumen immer mehr zu jucken und du kannst es kaum erwarten, endlich wieder im Garten zu werkeln? Eines der ersten Must-Do’s im Frühling ist das Fitmachen deines Hochbeets. Wie funktioniert das Auffüllen der Erde, welche Art von Dünger ist am besten geeignet und was gibt es sonst noch zu beachten? In diesem Blogbeitrag findest du heraus, was zu tun ist – in fünf einfachen Schritten.

1. Zum richtigen Zeitpunkt starten

Obwohl wir generell empfehlen, Pflanzarbeit im Garten erst nach den Eisheiligen zu beginnen, darfst du als Hochbeet-Gärtner schon deutlich früher aktiv werden. Ab März sinken die Temperaturen nur noch selten in einen sehr tiefen Bereich. Bodenfrost ist für das Hochbeet aufgrund seiner Konstruktion kein Problem. Also ab ans Hochbeet, fertig, los!

2. Lagencheck durchführen

Bevor es ans eigentliche Werkeln geht, solltest du einen Lagencheck des bestehenden Hochbeets machen. Dabei sind die folgenden beiden Fragen besonders wichtig:

  • Waren deine Pflanzen im letzten Jahr von Krankheiten oder Schädlingen befallen? Dann solltest du alle Pflanzen- und Wurzelreste gründlich entfernen.
  • Befinden sich Engerlinge in der Erde deines Hochbeets? Engerlinge sind Larven von diversen Schädlingen, wie Maikäfern, Junikäfern oder Gartenlaubkäfern, welche die Wurzeln oder Blätter der Pflanzen befallen und zerfressen. Überprüfe die Erde daher gut. Die Engerlinge können entweder per Hand ausgelesen werden, oder durch den Einsatz von Nützlingen entfernt werden: Mit einer Nützlingsbestellkarte kannst du dir die passenden Nützlinge bequem nach Hause bestellen: Die sogenannten Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die mit dem Gießwasser ausgebracht werden und die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen. Diese Art der biologischen Schädlingsbekämpfung ist zu 100% natürlich und schont das ökologische Gleichgewicht.
engerlinge im hochbeet
© kram-9 – shutterstock.com

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest oder das Hochbeet stark befallen ist, kann die gesamte Erde ausgetauscht werden.

3. Neue Erde auffüllen

Generell gilt die Regel, dass die Erde im Hochbeet etwa alle fünf bis sieben Jahre erneuert werden sollte: Dabei muss sie komplett entnommen und neu aufgefüllt werden. In den Jahren dazwischen ist es üblich, dass die Erde im Hochbeet etwas absackt – bis zu ca. 10-20 cm sind normal. Daher sollte jedes Jahr im Frühling genügend frische Erde nachgefüllt werden. Wichtig ist es, eine hochwertige Erde mit reichlich Nährstoffen zu verwenden. Außerdem sollte Hochbeet-Erde eine besonders gute Wasserspeicherfähigkeit haben. Dafür sorgen zum Beispiel Tonmineralien.

hochbeeterde kind hochbeet

Für eine bessere Durchlüftung des Hochbeets und eine lockere Bodenstruktur, sollte unter die Erde zusätzlich Kompost platziert werden. Wenn du keinen eigenen Komposthaufen hast, verwende Edelkompost. Dieser natürliche Bodenverbesserer aktiviert das natürliche Bodenleben und fördert die Humusbildung. Alternativ kannst du in deine Hochbeet-Erde auch einen Bodenaktivator einarbeiten: Dies ist ein rein natürlicher Dünger aus Kalk, Algenextrakten, Tonmineralien und bodenlebenden Mikroorgansimen.

Die Abbildung zeigt die verschiedenen Schichten, aus denen ein Hochbeet idealerweise aufgebaut sein sollte. Du kannst dir zu diesem Thema auch unser Video „Der perfekte Hochbeetaufbau“ ansehen.

Hochbeet Schichtenaufbau

hochbeetaufbau

4. Reste entfernen

Vor der Neubepflanzung sollten unbedingt alle Reste von alten Pflanzen beseitigt werden, damit diese dem Boden keine wertvollen Nährstoffe entziehen. Das heißt also: Raus mit allen Wurzeln, Knollen, Resten von Früchten und Blüten, Stöckchen, Steinchen und allen anderen Fremdkörpern.

5. Die richtige Auswahl der Pflanzen

Knallorange Karotten, knackiger Salat und saftig süße Tomaten aus dem eigenen Hochbeet? Das ist alles möglich, jedoch gibt es einiges bei der Auswahl der Pflanzensorten zu beachten:

  • Die Fruchtfolge: Mit Fruchtfolge ist der jährliche Wechsel von unterschiedlichen Gemüsesorten im Hochbeet gemeint. Das verhindert vor allem Krankheiten, die sonst auf dieselbe Gemüsesorte übertragen werden können. Außerdem brauchen verschiedene Pflanzenarten unterschiedliche Nährstoffe. Damit nicht mehrere Jahre hintereinander dieselbe Gruppe an Nährstoffen benötigt und somit irgendwann aufgebraucht wird, sollten die Pflanzensorten jährlich gewechselt werden.
  • Man unterscheidet zwischen Stark-, Mittel-, und Schwachzehrern:
    • Starkzehrer benötigen besonders viele Nährstoffe, die vor allem im ersten und zweiten Hochbeet-Jahr im frisch aufgefüllten Hochbeet vorhanden sind.
    • Im dritten Hochbeetjahr können Mittelzehrer gepflanzt werden.
    • Ab dem vierten Hochbeetjahr empfehlen wir Schwachzehrer, die relativ geringe Mengen an Nährstoffen benötigen und somit auch in der nährstoffarmen Erde gute Erträge liefern.

Sobald die Erde im Hochbeet erneuert wird, kann der Kreis wieder von vorne beginnen.

fruchtfolge

Die Prinzipien der „guten Nachbarschaft“ bzw. der Mischkultur sind wichtige Grundsätze beim biologischen Gärtnern. Eine ausgewogene Fruchtfolge und die Auswahl passender Pflanzennachbarn im Beet bilden die Grundlage für gesunde und kräftige Pflanzen. Außerdem können dadurch Krankheiten vermieden und Schädlinge abgeschreckt werden.

mischkultur im hochbeet

Jetzt fragst du dich vielleicht:

Warum nicht die Reihenfolge umdrehen und am Anfang Schwachzehrer pflanzen – dadurch lassen sich vielleicht Nährstoffe für die nächsten Jahre „aufsparen“? Nein, nicht unbedingt! Denn obwohl diese Pflanzen nur wenige Nährstoffe verbrauchen, kann es sein, dass wertvolle Nährstoffe durch Gieß- oder Regenwasser ausgeschwemmt werden. Daher macht es Sinn, die Tipps zur Fruchtfolge zu beachten.

Nachdem du die Pflanzen ausgewählt hast, kann es auch schon ans Einpflanzen gehen. Achte hier auf den richtigen Zeitpunkt: Im März/April kannst du mit kälteunempfindlicheren Pflanzen wie z.B. Spinat oder Pflücksalaten starten. Im späten April folgen Lauch oder Zwiebeln, und im Mai ist es dann an der Zeit, Gemüsesorten wie z.B. Paprika, Tomaten oder Zucchini zu pflanzen. Wichtig dabei: Unbedingt die auf den Samen bzw. Pflänzchen empfohlenen Pflanzabstände einhalten! In unserem Video zur Hochbeetbepflanzung zeigen wir dir viele nützliche Tipps, damit deine Pflanzen gut anwachsen und reifen.

Das Florissa-Team wünscht dir erfolgreiches Hochbeet-Gärtnern und eine reiche Ernte!

Du bist Hochbeet-Neuling und möchtest noch mehr zum Thema erfahren? In unserem Gartenratgeber findest du eine Zusammenfassung zu den Vorteilen eines Hochbeets, der Wahl des richtigen Standorts, der richtigen Bewässerung und vieles mehr. Lade dir auch unseren praktischen Hochbeet-Ratgeber herunter.

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